| G: |
may we use the pool? |
| G: |
dürfen wir den Pool auch benützen? |
| G: |
dürfen wir das Pool auch benützen? |
(Woher wissen denn diese Alpenländer, dass ich
einen Poolbilliardtisch habe?) Zum Sprachlichen noch weiter für
alle Nichtösterreicher: Dass Stechmücken Gelsen heissen
habe ich auch erst lernen müssen.
Weiter zum Pool: |
| G: |
entschuldigen Sie, dass ich so viele Fragen stelle, aber: funktioniert
Ihr Pool?
Diese Frage hatte mich überfordert und ich hatte sie, ohne
sie zu verstehen, einfach mal mit Ja beantwortet, aber es ging noch
weiter: |
| G: |
ich hätte da nochmals eine Frage, wissen Sie, wir wollen
uns nämlich erholen bei Ihnen!
Dass der betreffende Gast dann nicht gebucht hat, sondern wohl einfach
eine Umfrage geführt hat, erstaunte natürlich nicht. |
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Und endlich zum Kulinarischen! Stammgäste und
Toscana-Wiederholungstäter sind meist erfreulich
gut vorbereitet. Die toskanische Küche ist zu recht bekannt
und beliebt und das
Preis-Leistungsverhältnis stimmt zum grossen Teil immer noch.
Dass auf dem Weinsektor in den letzen 10 Jahren ein gewaltiger Qualitätsschub
zu verzeichnen war ist ebenso erfreulich, wie es betrüblich
ist, dass die Weinpreise sich mehr als verdoppelt haben.
Es scheint nur noch zwei Extreme zu geben: auf der einen Seite guten,
oft sehr guten, manchmal himmlischen, manchmal auch gewöhnlichen
Wein, der fast nicht mehr bezahlbar ist, auf der andern Seite gibt
es den Gast, der oft unrealistisch tiefe Preisvorstellungen hat,
da
er bei sich zu Hause im Aldi sogenannten Chianti für 1,99 Euro
angeboten kriegt. Dass da nur auf der Etiquette Chianti steht, sich
in der Flasche aber etwas anderes befindet, weiss er natürlich
nicht. Wobei ich manchmal den Verdacht habe, dass er es einfach
nicht wissen will!
Zum Glück gibt es aber im Umkreis der Villa del Pino eine Vielzahl
origineller und guter Restaurants, Osterias und Trattorias, welche
preislich im Rahmen liegen. Und so ist es gar nicht selten, dass
Gäste bei der Buchung des Hotelzimmers auch gleich Restaurantreservierungen
in Auftrag geben.
Aber es gibt auch andere: |
| G: |
wissen Sie ein Restaurant, wo man Pasta essen kann? |
| Oder: |
| G: |
Können Sie uns ein Restaurant empfehlen? |
| C: |
Gerne. Welche Richtung soll's denn sein? |
| G: |
Ach, einfach italienisch. |
Vielleicht finde nur ich denn lustig, denn kürzlich
hat sich doch tatsächlich eine Dame beschwert, dass es in Siena
keine Sushi-Bar gibt.
Aber es geht noch weiter: |
| C: |
Was haben Sie denn für Vorlieben: soll's Fisch sein, oder
eher Fleisch?
Bevorzugen Sie eine gemütliche Kneipe, oder etwas elegantes?
Was ist für Sie wichtig: prämierte Küche, Aussicht,
Terrasse, nicht zu weit fahren, bitte helfen Sie mir, dass ich Sie
gut beraten kann. |
| G: |
ach, das ist egal! |
| C: |
Und welcher der folgenden zwei mein Liebling ist habe ich auch
noch nicht entschieden: |
| G: |
Hast mer noch ein Bier! |
| G: |
Sann'se mal, wo kann man denn hier gratis Tschiannti saufen? |
| G: |
Bringen Sie mir doch bitte einen roten Wino Rosso! |
| Ja, ich weiss dass es drei sind, aber einer zählt
ja nicht wirklich. Dafür ist der folgende süss: |
| G: |
Sagen Sie mal, wie kommt es, dass die toskanischen Weine so ganz
anders schmecken als die Weine bei uns zu Hause? |
| C: |
Ja, was trinken Sie denn so zu Hause? |
Und dann gibt es erfreulicherweise mehr und mehr Gäste,
die den Urlaub einfach geniessen und das dann auch sagen:
Dass die Villa del Pino ein "wahrhaft von Gott gesegneter Ort"
ist freut mich ebenso wie die Aussage, dass es bei uns "the
quite possibly most spectacular swimming pool in Tuscany" gibt,
oder dass jemand "das lässige Understatement des Hotels"
mag, oder dass jemand sagt: "the first time I come to a
hotel which in reality is even more stunning than on the pictures!".
"Can we keep the keys" ist auch lieb.
Nicht verhehlen will ich natürlich, dass es auch nicht immer
"passt". Oft handelt es sich um Kleinigkeiten, die behoben
werden können, wenn sich der Gast entsprechend meldet.
Wenn er allerdings während des Urlaubs alles gut findet und
sich dann nach der Heimreise beim Reisebüro beschwert, dass
die Heizung nicht funktioniert, ist es natürlich schwierig.
Es ist ja nun so, dass die Heizung zuerst eingestellt werden muss
bevor sie laufen kann.
Da wir das Hotel in verschiedene Heizzonen eingeteilt haben, können
wir auch tatsächlich individuelle Kundenbedürfnisse berücksichtigen.
Wobei man natürlich auch sehen muss, dass derjenige welcher
im Sommer friert oft auch derselbe ist, welcher die "sogenannt
hochgelobten Boboligärten und überhaupt diese italienischen
Gartenanlagen und Villen" sowieso nichts findet im Vergleich
zu seinem Heimatland.
Und so hat sich denn der folgende Dialog auch tatsächlich zugetragen:
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| G: |
wir werden mit Sicherheit nicht mehr hier Urlaub machen! |
| C: |
Darf ich mich darauf verlassen? |
Vielmehr gefreut hat mich natürlich die stolze
Aussage der 5-jährigen Tamara aus Oggersheim auf dem Dorfplatz
von San Gimignano:
"Weisst Du, dass ich auf dem Monte Carlo Ferien mache?"
Und ebenso mit Ihnen teilen will ich die folgenden zwei eher nachdenklich
stimmenden Zitate:
"What did the stock exchange do?"
(Ich hatte am 11. September 2002 in der Lobby einen Fernsehapparat
aufgestellt für meine Gäste. Dies war die erste Reaktion
eines Rechtsanwaltes aus Chicago nachdem er die schrecklichen Bilder
gesehen hatte).
Nicht jeder ist offensichtlich auf gleiche Weise betroffen, was
auch folgende Frage beweist:
"Can you offer us a discount because we suffer very badly at
home from the Palestinians".
Dass ich in meiner Rolle als Gastgeber bei den oft vorkommenden
politischen Debatten unter den Gästen selbst keine Meinung
vertreten darf habe ich auch erst (eigentlich ein bisschen widerwillig)
lernen müssen. Aber wer wird schon gerne in seinem eigenen
Haus als "Fucking liberal European" beschimpft? Obwohl
streng genommen alle drei Zutaten der obigen Schmeichelei eher Komplimente
sind. Aber da ich als Schweizer ja nicht
einmal Europäer bin...
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