Ulteriori Osservazioni e Pensieri Potatori Incompetenti
Weitere Gedanken eines unbedarften Weintrinkers, heute im Blog:
Mein 2004er Pinello erreicht langsam seine erste Trinkreife. Und so habe ich kürzlich spätabends mit einigen Freunden eine Verkostungsprobe auf meiner Terrasse gemacht.
Die Probanden wussten nicht, was sie im Glas hatten. Sie waren aber einhellig der Meinung, dass es etwas Aussergewönhliches sei. Folgende Verkostungsnotizen habe ich notiert:
Nase: Teer, Veilchen, Heidelbeeren, Unterholz, Laub, Lebkuchen, Himbeere, Apfel
Gaumen: Himbeere, Apfel, Erdbeeren, Trauben, ausgewogen, voll, schwer aber trotzdem leicht (?)
Ja, lieber Leser, ich weiß! Aber ich habe nur getreulich aufgeschrieben was rund um den Tisch kommentiert wurde. Ich mache jetzt seit 11 Jahren Wein und habe jedes Jahr etwas dazugelernt. An meinem 2004er habe ich selbst im Moment nichts auszusetzen. Er wird in meinem Flaschenkeller noch ein Jahr lagern und dann, da bin ich mir sicher, noch mehr Freude bereiten. In der Zwischenzeit trinken wir den 2003er, welcher, entgegen den Erwartungen der sogenannten Fachpresse, sich zu einem typischen Brunello entwickelt hat, eher auf der fruchtigen Seite, aber überhaupt nicht marmeladig oder ölig und schwer. Der Entscheid, ihn ein Jahr früher aus dem Fass zu nehmen, war goldrichtig! Macht Spaß!
Und dann hat es ja noch einige Flaschen 2001er im Keller. Es hat sich gelohnt, diesen 3 Jahre im Flaschenkeller weiterreifen zu lassen und zuerst den 2002er auszutrinken. Ein typischer Brunello der feinen, vollmundigen und eleganten Sorte ist er geworden. Seine Kanten sind rundgeschliffen, aber seinen noblen Charakter hat er behalten und ausgebaut. Wunderbar im Gleichgewicht, angenehm leicht und trinkig!
Frage: was hat im letzten Monat Spaß gemacht? Der Leitartikel von Andreas März im November-Merum mit dem Titel „Enttäusch mich nicht Brunello!“. Danke Andreas! Es ist zu hoffen, dass Deine Stimme in Montalcino gehört wird! Wenn wir Deine kritische Meinung nicht weiterhin im Merum bräuchten, müsste man Dich eigentlich (nein, nicht Santo Subito), aber als Italienischen Landwirtschaftsminister einsetzen. Oder als Präsident des Consorzio del Brunello.
Und was weniger? Die 2006er Chianti Classico Annata-Verkostung im November-Vinum. Spitzenbenotungen haben fast ausschließlich Biberweine erhalten. Weine, bei denen das Marketing sicher stimmt, auch in den Restaurants von unbedarften Sommeliers immer wieder empfohlen. Allerdings absolut unverträglich mit einem feinen Essen. Wie bei Vinum verkostet wird, weiß ich nicht. Und vielleicht sind Fonterutoli, Brancaia, Terrabianca etc. sogar mehrheitsfähig. Mein Geschmack sind sie nicht. Und wie Chianti schmecken sie mir auch nicht.
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